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Badwater
Death Valley Info
Die Luft flimmert. Der Hades der griechischen Sagenwelt tut sich
auf: Lavaströme kochen, und im Feuer schmoren die Sünder.
Dante Alighieris Vision der Hölle scheint in diesem Teil der
Erde Wirklichkeit geworden. Die ersten Siedler, die auf dem Weg
nach Kalifornien durch das Tal zogen, glaubten, sie seien im
Vorhof der Hölle gelandet. Nicht umsonst heißt der
Aussichtspunkt, der einen fantastischen Blick auf das Death
Valley, das berühmt-berüchtigte "Tal des Todes"
bietet, Dante‘s View, wohl in Anlehnung auf ein Stück des
italienischen Dramatikers.
Es ist ein Blick der einem die Sinne raubt; ein Panorama, wie
es nicht gegensätzlicher sein kann auf diesem Planeten. Unten
im Tal wabert der Glutkessel um Badwater, klettert das
Quecksilber im Sommer oft und gern auf Werte über 40 Grad im
Schatten – so es ihn gibt! Und: man mag seinen Augen nicht
trauen, ein schneebedeckter Berg in der Ferne, der Mount
Whitney. Er ragt als höchste Erhebung Kaliforniens mit 4418
Metern weit in den tiefblauen und wolkenlosen Himmel, nur 130
Kilometer entfernt von Badwater, wo 88 Meter unter dem
Meeresspiegel im Juni 1913 mit 57 Grad Celsius die höchste,
jemals in der Natur gemessene Temperatur registriert wurde.
Das Death Valley an der Grenze zu Nevada besticht durch
Superlative: In allen Farben leuchtende Canyons, schroffe
Felsabstürze, sanft gewellte Sanddünen, ausgetrocknete
Salzpfannen, dies alles findet der Besucher in diesem 8000
Quadratkilometer großen Wüstenbecken, das durch einen fast 200
Kilometer langen und zwischen 6 und 26 Kilometer breiten
Naturpark vor menschlicher Zerstörung geschützt wird.
Über die Oase Furnace Creek steigt man besten in dieses
Naturwunder ein. Das Visitor Center hilft, die ungewöhnliche
Flora und Fauna oder die geologischen Besonderheiten zu
entdecken. Kaum zu glauben, im Tal des Todes haben sich
krabbelnde Käfer, flinke Eidechsen, giftige Klapperschlangen
zwischen und unter Wüstengräsern, Creosote-Büschen oder
kargen Mesquite-Bäumen häuslich niedergelassen oder vergraben
sich tagsüber im feuchteren und kühleren Untergrund. Darüber
öffnet sich eine Szenerie, die jedes jahr Tausende von
Besuchern anzieht: wild wuchernde, scharfkantige Salzkristalle
auf dem Golfplatz des Teufels (Devil‘s Golf Course), ein in
allen Goldtönen schillernder Golden Canyon, der Twenty Mule
Team Canyon, durch den früher das "weiße Gold" Borax
transportiert wurde, die tiefe Senke des Ubehebe Craters, Gnomes
Workshop, die Werkstatt der Zwerge, der Schloßturm von
Scotty‘s Castle und die goldbraunen, abgewaschenen
Schlammfelsen am Zabriskie Point, der durch Michelangelo
Antonionis Film in den Siebzigern Kultstatus erreichte. Und natürlich
nicht zu vergessen: Badwater, wo Dusan Mavljie zum Badwater
Ultramarathon zu seiner 217 Kilometer langen Tortur durch die Hölle
aufbricht.
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