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Der Rennstart: Drei russische "running
machines" laufen vorneweg!
Am frühen Morgen ist hier ein vergleichsweise guter Platz
in der Wüste. Noch werfen die kahlen Felsen lange Schatten
in den Salzsee. Die kleine Pfütze, die daran leckt, glänzt
silbrig. Willkommen in Badwater, dem tiefsten Punkt der USA.
Die 25 Läufer der zweiten Startgruppe scharen sich auf Kommando
um die Holztafel, die anzeigt wie tief: 85 Meter unter dem
Meeresspiegel. Beim Gruppenfoto müssen die Banner der Sponsoren
ins Bild gehalten werden. Kurz vor dem Start, auf der Straße,
nochmal.
Dusan Mravlje schert leicht genervt aus und macht Dehnübungen.
Mit gütigen Augen beobachtet Ben Jones, einer der alten Veteranen
und Mitorganisatoren des Rennens, die Szenerie. Dann schweift
sein Blick hinaus in das salzige Weiß. 1991, erzählt er, wurde
in ungefähr einer Meile Entfernung eine Leiche gefunden. "Die
war schon wochenlang in der Wüste gebacken worden und die
Krähen saßen darauf." Jones wurde in seiner Eigenschaft als
Arzt gebeten, die Autopsie vorzunehmen.
Von Badwater aus gönnt das Death Valley den Athleten nur
etwa eine Meile. Fortan ist ihre Schirmmütze das einzige,
was sie beschattet. Die Schnellsten aus der um sechs gestarteten
Läufergruppe sind jetzt, kurz vor 8 Uhr, wohl nur noch wenige
Meilen vor Furnace Creek. Die Schnellsten, das sind bislang
drei Russen, zwei Männer und eine Frau. Sie eilen dem Feld
weit voraus, wie im Startbereich mit Bewunderung berichtet
wird. "They are like running machines", sagt einer der Läufer,
der mit einer Unterschenkelprothese an den Start geht und
das Trio auf der Herfahrt beobachten konnte.
Das Schlusslicht bildet Adam Bookspan, jener Geher, der in
diesem Jahr das Double anstrebt. Will heißen: Vom Mount Whitney
nach Badwater und zurück. Etwas mehr als die Hälfte hat er
schon geschafft. Um 10 Uhr ist auch die dritte Gruppe bereit.
Joey Kelly, Eberhard Frixe und Uli Weber verzichten auf die
weiße Sonnenschutzkleidung des Hauptsponsors. Sie laufen in
postgelb.
"Ganz langsam angehen lassen." Frixe betet sich seine persönliche
Renntaktik vor. Bis auf einen Ausreißer setzt sich die Truppe
denn auch gemächlich in Trab. Bei der ersten Zeitnahme in
Furnace Creek, nach rund 30 Kilometern, werden Kurglikov und
Labutin, die beiden Russen, zeitgleich als Spitzenreiter geführt.
Dusan Mravlje liegt fünf Minuten zurück. Aber das bedeutet
noch gar nichts. In so einem Rennen, meint Frixe, "werden
die Toten erst am Ende gezählt".
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