Auch Joey Kelly hat es geschafft

Auch Joey Kelly ist im Ziel. Fünf Stunden vor Ablauf der Pflichtzeit, also nach zirka 55 Stunden erreicht der 27-jährige Musiker die Whitney Portals.

Als er -- wie so oft in diesen Tagen -- die Daumen für die Kameras nach oben hält, zittern diese wie Espenlaub. Auf den letzten 15 Kilometern hat ihn Eberhard Frixe, der vorher schon Uli Weber beistand, förmlich den Berg hinauf gebetet. Der Badwater Ultramarathon stelle alles in den Schatten, was er bislang im Ausdauerbereich erlebt habe, resumiert Kelly im Zielbereich.

Seit vielen Meilen war er nur noch im langsamen Schritttempo vorangekommen. Er hatte sich einen "Wolf" gelaufen und die wunde Stelle musste immer wieder gepudert werden.

Kurz vor ihm war mit der Nummer 44 Chris Moon angekommen. Dem 38-jährigen fehlen seit einem Unfall der rechte Unteram und der rechte Unterschenkel. Er lief mit einer Prothese. Nach ein paar Stunden Schlaf, kündigte er im Ziel an, wolle er gegen Mitternacht noch den Gipfel des Mount Whitney erklimmen: weitere 2000 Höhenmeter auf einem Gebirgspfad. Jedes Jahr tut sich das der eine oder andere Badwater-Läufer noch zusätzlich an.

Und auch Jack Denness, der 65-jährige Brite, hat sich wieder mal rechtzeitig ins Ziel gerettet, zum neunten Mal insgesamt. Wie immer mit einem Lächeln auf den Lippen.

Am Samstag abend um 10 Uhr (Ortszeit) ist das Rennen offiziell zu Ende. Etwa ein Drittel der 74 am Donnerstag morgen in Badwater gestarteten Teilnehmer musste vorher aufgeben.

Am Tag danach staksen mit steifen Bewegungen zwei der Badwater-Läufer über den Parkplatz vor dem Dow Villa Motel. Die Luft in Lone Pine schmeckt nach Rauch. Auf den Autos liegt feine Asche. Das Licht ist diffus. Im nicht weit entfernten Sequoia Nationalpark brennen riesige Waldbestände. Obwohl 1600 Feuerwehrmanner im Einsatz seien, heißt es im Radio, komme das Feuer pro Stunde eine Meile voran. Schon tausende Hektar wurden ein Raub der Flammen und laut ersten Schätzungen wird es zwei Wochen dauern, um das Feuer in den Griff zu bekommen. Ein neues, wichtigeres Rennen hat begonnen.

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Joey Kelly am Ziel
Die drei Deutschen
Joey und Chris Moon
Jack Deness